Musiker und Computer

24. August 2008
von Chris Vicious

Elektrokoma… Diese hundsgemeine Seuche lehrte mich einmal mehr, wie untrennbar das Musiker- und Bandleben mit den Segnungen moderner Technik verbunden ist. Alles begann, als mein Rechner nach dem Download eines Studio-Zwischenergebnisses sehr spontan neu zu booten gedachte… Dieses Verhalten wurde fortan des Rechners Konfliktbewältigungsstrategie für alle Fälle. Das Problem spitzte sich zu, und wiewohl freundliche Musikerkollegen tatkräftig mithalfen, den Fehler ausfindig zu machen (Dank an J:org A. Tekk für zahlreiche Platinen und Rany von [pi !] für das Netzteil!), sah ich den Windows-Bootscreen täglich öfter und öfter.

Die Doppelspitze Vicious/Tekk in der 7ieben-Orga hat es einreißen lassen, dass wir eine sehr elektronische Band sind. Ein interner Mailverteiler hier, eine eGroup zur Terminkoordination da, ein internes Wiki dort. Nicht zuletzt stellt auch die Pflege dieser Website gewisse Anforderungen an die Stabilität von Computer und Netzwerk. Nun, mein Recher beabsichtigte, sich mit jedem spontanen Neustart weiter von der Erfüllung dieser Anforderungen zu entfernen. Nachdem Software-Konflikte ausgeschlossen waren, wurden alle Hardware-Komponenten ringelreih ausgewechselt, bis sich zeigte, dass es das Herzstück des PCs erwischt hatte: Das Muttiboard. Und mit selbigem – zack – brach auch die Band-Orga zusammen.

Denn ob Freitags Probe ist, weiß nur die eGroup. Wie das Cover des Albums aussehen wird, weiß nur ein Photoshop, das länger als 5 Minuten laufen darf. Ob der neue Song zu verstiegen ist und wie das Break im Vorrefrain von “Ultima Ratio” genau geht, weiß nur der Proben-Mitschnitt, den es im Wiki zu hören gibt – äh… gäbe! Und wie es uns im Studio ergeht, erfahrt Ihr nur, wenn wir es hier veröffentlichen können. Jonie Mitchell hat’s auf den Punkt gebracht: “You don’t know what you’ve got ’til it’s gone.”

Das vitale Eigeninteresse der Band an einem funktionierenden Computer im Hause Vicious war denn auch der Schlüssel zur Lösung des für mich wirklich nervenzerfetzenden Problems. Nachdem ich in Elektro-Streik getreten war und auch Kaffeemaschine und Rasierapparat mied, eröffnete man mir im Proberaum, dass man jetzt gemeinsam alles daran setzen werde, mich wieder online zu kriegen. Und siehe da: Ein Lehrstück im Abhängigkeitsverhältnis Mensch-Technik fand vor einigen Tagen ein Dual-Core-Happy-End. Dafür danke ich meinen heißgeliebten Bandkollegen und allen anderen Freunden, die während der dunklen und stillen Nächte des Elektrokomas meine Hand gehalten haben.

So be aware: Chris Vicious is back in the web! :)

Kategorie: zeit.Geist |
Tags: , , ,

Und deine Meinung?

Keine Kommentare »

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL